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Situation Karlsruher Schülerhorte 2016 – Antwort der Stadt

Wie hat sich die Situation in den Schülerhorten Knielingen, Kirchfeld, Mühl- burg/Grünwinkel und Südendstraße im Vergleich zu unserer Anfrage vom 19. Mai 2015 verändert?

Die Betreuungssituation in Knielingen ist angespannt, aber alle im Hort angemeldeten Kinder mit Betreuungsbedarf erhalten einen Platz.

In Kirchfeld-Nord gibt es einen Platzengpass, der in Abstimmung mit dem Hort, der Schule und Ortsverwaltung wie in dem vorherigen Schuljahr durch ein Angebot der Flexiblen Betreu- ung durch die Kinderstadtkirche abgedeckt wird. Laut Bevölkerungsstatistik vom Amt für Stadtentwicklung (Stand 30.06.2015) ist spätestens 2017/18 die Höchstzahl im Einschulungsjahrgang erreicht, sodass sich spätestens dann die Betreuungssituation entspannt.

In Grünwinkel ist die Erweiterung im Hort in der Grundschule um eine halbe Gruppe bean- tragt und kann nach Entscheidung im Gemeinderat zum Schuljahr 2016/17 umgesetzt wer- den.

In der Südendschule wird der Hort zum Schuljahr 2016/17 um drei Gruppen/60 Plätze erweitert.

In der Gemeinderatsvorlage 2016/0062 wurde eine provisorische Lösung für das Schuljahr 2016/17 in Knielingen angekündigt. Wurde diese umgesetzt und wenn ja, in welcher Form?

Das Provisorium konnte aus baurechtlichen Gründen nicht zu diesem Schuljahr umgesetzt werden. Geplant wird eine Modulbaulösung, die unter der Voraussetzung vorliegender Ge- nehmigungen zum Schuljahr 2017/18 umgesetzt werden kann. Bis Ende des Schuljahres 2016/2017 werden alle angemeldeten Kinder mit Betreuungsbedarf im bestehenden Hort Lassallestraße betreut.

Wird es in weiteren Stadtteilen mit besonders großem Mangel an Hortplätzen auch Provisorien für das Schuljahr 2016/17 geben und wenn ja, welche?

Laut Anmeldestand Mai 2016 gibt es keine weiteren Stadtteile mit besonders großem Mangel. (Siehe Anlage)

Welche Maßnahmen wurden insbesondere in Knielingen, Kirchfeld, Mühl- burg/Grünwinkel und in der Südendstraße, wo zuletzt zusammengenommen über 100 Schülerhortplätze fehlten, ergriffen?

In den Stadtteilen Südweststadt und Grünwinkel wird bedarfsgerecht erweitert. Für Knielingen ist die Erweiterung in Arbeit. Insgesamt finden sozialraumbezogen intensive Abstimmungen mit den Akteuren und Eltern statt, um Lösungen für den Betreuungsbedarf zu finden.

Wie in der Stellungnahme der Stadt zur Anfrage der AfD vom 19.05.2015 Vorlage Nr.: 2015/0242 ausgeführt, ist eine Einrichtung einer Hortgruppe an der Grundschule Knielingen zum Schuljahr 2015/16 geplant gewesen. Ist diese zusätzliche Hortgruppe tatsächlich eingerichtet worden?

Das Angebot wurde mangels Anmeldungen nicht eingerichtet.

Vier Kinder haben sich konkret für den Hort angemeldet. Weitere sieben Kinder aus dem Schulbezirk der Grundschule Knielingen möchten aus unterschiedlichen Gründen nur in den Schülerhort Lassallestraße, sodass das Minimum von 10 Kindern zur Eröffnung nicht erreicht wird. Die Kinder erhalten befristet einen Vertrag für den Hort Lassallestraße für das Schuljahr 2016/17, da wir davon ausgehen, dass der Hort an der Grundschule im nächsten Jahr mit weiteren Anmeldungen eröffnet werden kann.

Wie hat sich die Schließung bzw. wird sich die anstehende Schließung der Horte in 2016 mit insgesamt 275 Plätzen (2015/0242, Anlage 2) auf die Anzahl der benötigten Hortplätze auswirken?

Laut Statistik von Nov. 2015 mit 2.289 Plätzen verändert sich die Anzahl der Hortplätze mit Planungen für Schuljahr 2016/17 auf 2.208 Plätze, das bedeutet insgesamt eine Reduzierung um 81 Plätze. Dies ergibt sich durch die sozialraumorientierte Planung mit dem Ziel einer flächendeckenden Bedarfsabdeckung der Schulkindbetreuung, die entweder durch ein Ganz- tagsschulangebot oder durch einen Schülerhort abgedeckt sein soll.

Wie viele Kinder haben ohne Berücksichtigung der verlässlichen Grundschule, die ja nur eine Notmaßnahme darstellt, keine Betreuung?

Im Schuljahr 2015/16 befinden sich 2.577 Kinder in Ergänzender Betreuung. 4.022 Kinder sind in Hort, flexibler Nachmittagsbetreuung oder Ganztagsschule. Damit sind ausgehend von 8.444 Grundschulkindern inklusive der Grundschulförderkinder 21,8% (1.845 Kinder) nicht in einer extra Betreuung untergebracht.

Wie viele Kinder stehen auf den Wartelisten der Karlsruher Schülerhorte für das Schuljahr 2016/17, anzugeben für jeden einzelnen Hort mit Stand Ende Mai 2016?

Siehe Anlage
Weiterhin wird auf die Vorlage zum Thema Hortentwicklung der Jugendhilfeausschusssitzung vom 13.07.2016 verwiesen.

Zum vergrößern der folgenden Bilder, bitte auf das jeweilige Bild klicken. Es öffnet sich eine neue Webseite mit größer Darstellung.

Hort1 Hort2 Hort3 Hort4

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Ganztagesschulen nicht gegen Schülerhorte ausspielen !

REDE Marc Bernhard
Marc Bernhard, Stadtrat

Derzeit erfolgt in Karlsruhe die schrittweise Umstellung auf Ganztagesschulen. Dies wurde von der grün-roten Landesregierung durchgesetzt und soll dem Umstand Rechnung tragen, dass in immer mehr Familien beide Eltern berufstätig sind. Die AfD-Gemeinderatsgruppe fordert jedoch, da die Eltern stets die volle Wahlfreiheit haben sollen, dass statt Zwangs-Ganztagsgrundschulen, nur Wahl-Ganztagsgrundschulen eingeführt werden. Die Eltern sollen auch künftig ihren Kindern nachmittags außerschulische Aktivitäten ermöglichen können, wie z.B. Sport, Musik, Jugendfeuerwehr oder Pfadfinder. Deshalb fordern wir auch, dass vor jeder Umstellung weiterer Schulen auf Ganztagesschulen in jedem Einzelfall geprüft wird, statt der Ganztagsschule einen Schülerhort einzurichten. Bestehende Schülerhorte sind beizubehalten! Schülerhorte sind durch ihre Flexibilität besser geeignet, die Anforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erfüllen.

Marc Bernhard, Stadtrat

Gemeinderat ebnet Weg für mehr Schulbetreuung / Thema Wahlfreiheit bleibt umstritten

Um dem Bedarf an umfassender Betreuung besser gerecht zu werden, baut Karlsruhe sein Ganztagsschul-Angebot aus. Das hat der Gemeinderat nach einer Debatte vor allem über Wahlfreiheit mit großer Mehrheit beschlossen.

Die Heinrich-Köhler-Schule (HKS) führt den Ganztagsbetrieb zum nächsten Schuljahr verbindlich ein. Nahe Halbtags-Alternative bleibt die Grundschule Rintheim. „Die HKS möchte und kann keine Wahlform bieten. Das ist mit den Eltern abgestimmt“, sagte Bürgermeister Martin Lenz.

Stadtrat Dr. Paul Schmidt pochte mit dem Änderungsantrag der AfD darauf, dass Eltern stets die Chance haben sollten, ihre Kinder am Nachmittag heimzuholen und in Vereine zu schicken. Auch solle geprüft werden, ob ein bestehender Schul-Hort nicht weiter geeigneter sei. Hintergrund ist die nun beschlossene Auflösung des HKS-Horts. Der Gemeinderat lehnte den Vorstoß der AfD ab und machte zugleich den Weg frei zur Einrichtung eines Ganztagsbetriebs als Wahlform für Schiller-Grund- und Werkrealschule sowie Weiherwald-Grundschule.

Ab 2015/16 nicht mehr nur Versuch, sondern gesetzlich verankert ist der Ganztagsbetrieb an: Drais-Grund- und Hauptschule, Hans-Thoma-Grundschule, Leopold-Grundschule und Pestalozzi-Grund- und Werkrealschule. Letztere hatte bereits 1999 als eine der ersten Schulen des Landes die Ganztagsbetreuung eingeführt.

Die greift nun überall im Kern bis 16 Uhr, mit der Option, auf 17.30 Uhr zu verlängern. Die Erweiterung der Zügigkeit an der Drais-Grund- und Hauptschule sowie der Grundschule am Wasserturm wurde auch gebilligt.

In Summe werden für die an den acht Schulen anfallenden Maßnahmen Ausgaben von knapp 1,8 Millionen Euro veranschlagt, der Stadtetat soll gut 1,3 Millionen abdecken. Nicht enthalten sind die noch zu kalkulierenden Baukosten.

Das Gros des Gemeinderats begrüßte die Lehr- und Lernkonzepte umfassenden Pläne: „Verbindlichkeit ist Wunschform“, betonte Stadträtin Renate Rastätter (GRÜNE). Die Stadträte Detlef Hofmann (CDU) und Karl-Heinz Jooß (FDP) warben bei allem Einverständnis darum, Eltern je nach Umfeld die Wahl zu lassen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Schulkonferenz entscheidet, ob Bedarf besteht“, sagte SPD-Stadträtin Sibel Uysal. Wie Rastätter hob sie den pädagogischen Mehrwert eines Ganztagsangebots hervor.

„Nach kontroversen Debatten im Schulbeirat“ signalisierte Stadtrat Lüppo Cramer Zustimmung der KULT-Fraktion. Friedemann Kalmbach (GfK) warnte, dass das Ausbautempo nicht die Qualität schmälern dürfe. Auch müsse individuelle Entfaltung gewährleistet bleiben, die oft abseits der Schulen gelinge. Niko Fostiropoulos (LINKE) fand, Kinder sollten nicht noch mit Hausaufgaben „gequält“ werden: „Sie arbeiten an der Ganztagsschule, danach ist frei.“ OB Mentrup: „Gequält wird in Karlsruhe hoffentlich niemand.“ -mab-

Quelle: http://presse.karlsruhe.de/db/stadtzeitung/jahr2014/woche47/gemeinderat_ausbau_des_ganztagsbetriebs_kommt.html